Freudenthaler Entsorgung

Lichtblicke für Demenz

Ingeborg Freudenthaler:
"Für mich waren es die berührendsten eineinhalb Jahre meines Lebens – die Zeit von dem Augenblick an, als mein starker Vater sich in seine andere Welt verabschiedete, als er von Tag zu Tag wieder mehr zum Kind wurde – mit all seinen Bedürfnissen und seinem Vergessen. Das Verstehen war für uns die größte Herausforderung – das Zulassen vieler Dinge haben wir gelernt. Er war glücklich und das war uns das Wichtigste.
"


Wir leben in einer Zeit, wo sehr leicht das Gefühl entsteht, dass nur Gesundheit, Stärke, Leistungsdenken und – der ewig jungbleibende Mensch -  Platz haben.
Wir leben aber auch in einer Zeit, wo die Menschen immer älter werden, wo jeder vierte über 80 bereits an Demenz leidet. Führende Wissenschaftler bezeichnen die Demenz bereits als Pest des 21. Jahrhunderts.
Außer den persönlich Betroffenen wird Demenz aber nicht wahrgenommen – in der Öffentlichkeit wird es oft – wenn überhaupt – mit „ach der ist verweht“ – oder „die spinnt“ abgetan. Am allerliebsten wird Demenz aber verschwiegen.

Der Verein lichtblicke – demenz.hilfe.tirol – hat sich zum Ziel gesetzt, das Thema öffentlich zu machen. Wir wollen das Thema enttabuisieren, wir wollen über Demenz reden. Nicht hinter vorgehaltener Hand – sondern offensiv. Demenz ist in unserer Gesellschaft ein stark unterschätztes Thema – gemeinsam müssen wir versuchen, diese Herausforderung anzunehmen.

Prävention
Demenz kann nicht verhindert werden – aber sie kann hinausgezögert werden. Wichtig dafür sind Vorsorgeuntersuchungen, die bereits in einem Alter begonnen werden, wo noch nicht an Demenz gedacht wird. Und hier muss die Bewusstseinsbildung beginnen – diese Vorsorgeuntersuchungen müssen so normal für jeden werden wie zB heute bei Männern das PSA-Screening.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen bereits beeindruckende Ergebnisse, wieviel mit Bewegungsprogrammen und geistigen Aktivitäten bei Risikogruppen erreicht werden kann. Je mehr wir erreichen, dass Demenz kein Tabuthema mehr ist, je mehr „Normalität“ in den Umgang mit Demenz gelangt, desto größer ist die Chance, dass sich Menschen präventiv untersuchen lassen.

Gemeinsam werden wir es schaffen. Gibt es ein schöneres Ziel, als Menschen ein würdevolles Altern zu ermöglichen?

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