Eine Tiroler Erfolgsstory
Es war einmal...
…die gelungene Symbiose eines Mannes, der die Vision hatte, Abfall innovativ und transparent zu behandeln und einer Frau, welche die Vision hatte, in einem Klein- und Mittelunternehmen ein Management der Spitzenklasse einzuführen.
1973 hat Karl Freudenthaler in Innsbruck einen Großhandel mit Behältern gegründet. Über die Reinigung dieser Behälter (es blieben Reste von Ölschlamm) kam er Mitte der 80er Jahre auf die Sammlung und Behandlung von gefährlichen Abfällen. Die Entwicklung, die unsere Welt in den nächsten Jahrzehnten verändern sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar. Das erste Sonderabfallgesetz trat 1984 in Kraft – im Westen Österreichs begann erst langsam die Umweltdiskussion.
Während andere noch hofften, dass die plötzlich aktuelle Umweltproblematik spurlos vorübergehen würde, setzte Freudenthaler in Inzing bereits 1986 visionär den ersten Grundstein zur Errichtung eines Sonderabfalllagers und zukunftsweisender Behandlungsanlagen. Durch das zunehmende Umweltbewusstsein, die drastisch steigenden Mengen an gefährlichem Abfall und die rasche Entwicklung der Umwelttechnologien konzentrierte sich Freudenthaler Ende der 80er Jahre immer mehr auf die Behandlung und Aufbereitung von Abfällen. Mit Pilotanlagen, die der hoch entwickelten Umwelttechnik in Mitteleuropa einen Schritt voraus waren, setzte sich Freudenthaler Anfang der 90er Jahre an die Spitze der Aufbereitung und Entsorgung von gefährlichen Abfällen.
Mit großen Kapazitäten beim Gefahrgutlager, CP-Aufbereitungsanlagen und Biobeeten für kontaminiertes Erdreich war die professionelle Entsorgung für den Westen von Österreich gesichert.
Im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Behandlungsanlagen wurde 1999 die erste Vakuumverdampferanlage in Betrieb genommen – europaweit eine Innovation. 2003 erfolgte der Schritt zur Behandlung von nicht gefährlichem Abfall: Die modernste Verwertungsanlage für Gewerbemüll, Sperrmüll und Baustellenmischabfall ging in Betrieb und revolutionierte die Abfallwirtschaft in Tirol.
Der Erfolg des Unternehmens ruht auf zwei soliden Säulen: Einerseits bemüht man sich – wie vorher beschrieben – immer am neuesten Stand der Technik zu sein. Seit der Gründung des Unternehmens ist es immer wieder gelungen, durch innovative Behandlungsmethoden eine Vorreiterrolle in der Branche einzunehmen.
Andererseits wurde sehr konsequent der Weg in Richtung Qualität und Transparenz eingeschlagen. So war Freudenthaler 1994 das erste Entsorgungsunternehmen Österreichs, das ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 eingeführt hat – damals belächelt vom gesamten Mitbewerb. 1996 erfolgte dann die Einführung eines Umweltmanagementsystems – erstmalig in Europa. 1999 kam ein Sicherheitsmanagement dazu. Qualität, Umwelt, Sicherheit und Gefahrgut wurden praxistauglich für ein KMU in ein Generic Management zusammengefasst - auch hier trat Freudenthaler wieder österreichweit als Vorreiter auf.
Bei all diesen Bemühungen, das Unternehmen ständig zu verbessern, hat Ingeborg Freudenthaler eines ganz klar gesehen: Das Team wächst immer dann über sich hinaus, wenn es um das Erreichen von Zielen geht. Und so hat sie sich im Jahr 1999 auf die Suche nach einer neuen Herausforderung gemacht – und wurde im Business Excellence Modell der AFQM bzw. EFQM fündig.
Ingeborg Freudenthaler:
„Verglichen mit einem Fußballspiel ist ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 die perfekte Verteidigung. Business Excellence ist ein großer Schritt weiter – es ist der totale Angriff. Ich bin ein großer Anhänger dessen, dass ein Qualitätsmanagement nach ISO 9001 der perfekte Grundstein für ein Weitergehen Richtung Excellence – Richtung TQM ist. Business Excellence kann ich nur in einem Team implementieren, in dem ich schon einen gewissen Level erreicht habe.
Ich kenne einige, die den Grundstein überspringen wollten – Total Quality Management ist mittlerweile ja schon ein fast überstrapazierter Begriff – viele nehmen ihn in den Mund, weil es gut klingt – wenige wissen so richtig was es ist. Diese Versuche waren immer zum Scheitern verurteilt, weil den Mitarbeitern und auch der Führung das Verständnis gefehlt hat.
Mich hat bei diesem Modell am meisten fasziniert, dass es genau das enthält, wo wir meiner Meinung nach 1999 einen klaren Verbesserungsbedarf hatten. Das war dieses ständige knallharte Hinterfragen – was bringt das, was wir tun, dem Unternehmen – und zwar nicht dem Gefühl nach, sondern anhand von Zahlen, Daten, Fakten. Nicht gesamt, sondern in jedem Team – sogar heruntergebrochen auf die einzelnen Mitarbeiter.“
Der Erfolg hat ihr und ihrem Team Recht gegeben – die harte Arbeit und die ständige Verbesserung wurde nicht nur mit zwei Staatspreisen für Qualität ausgezeichnet (bis heute übrigens von keinem anderen österreichischen Unternehmen erreicht) sondern auch mit einer Vielzahl anderer Zertifikate.
In den letzten Jahren widmet sich das Unternehmen verstärkt dem Thema „Marke“ – auch hier wurden österreichweit Maßstäbe gesetzt: Marke, Business Excellence und die bestehenden Qualitats-, Umwelt- und Sicherheitssysteme wurden verknüpft und im Exellence Buch by Freudenthaler zusammengeführt.
Die Zukunft – wir leben in einer Zeit, die spannend ist, wie nie zuvor. Der Wind in der Wirtschaft wird überall rauer – vielerorts bleibt kein Stein auf dem anderen. Der Konkurrenzkampf wird immer größer und es geht – ganz knallhart ausgedrückt – um Überlebensstrategien für Klein- und Mittelunternehmen. Und zum Überleben müssen Klein- und Mittelunternehmen – übrigens gleich wie große Unternehmen – ihr Management weiter entwickeln.
In fast allen österreichischen Unternehmen bemüht man sich Tag für Tag um die Weiterentwicklung der Technik – den „state of the art“ zu kennen, ist sehr wichtig. Mindestens gleich wichtig ist es aber, dass die Unternehmen ihr Management weiterentwickeln. Der Erfolg der Zukunft wird von diesen beiden Faktoren abhängen.
Business Excellence ist mittlerweile untrennbar mit Freudenthaler verbunden. Wir werden unseren Weg kontinuierlich weitergehen, Grenzen begeistert überschreiten und Hindernisse überwinden. Dies hat uns eine gelassene Stärke gegeben – und vor allem die große Gewissheit, dass an der Spitze immer für uns Platz ist.




